Destination Canada

Get to Know the Locals

Gastfreundlich sind sie – die Bewohner von Atlantik-Kanada. Sie zeigen gern Besuchern ihre Heimat und vermitteln ihnen Ein­blicke in das Leben an der Bay of Fundy, an der Atlantik­küste von Prince Edward Island oder an den rauen Küsten von New­found­land and Labrador. Am besten erkundet man diese Regionen mit Ein­heimischen. Sie kennen Orte, die nicht jeder findet. Sie erzählen Geschichten, singen Lieder. Manche engagieren sich für den Erhalt der Tier­welt. Andere vermitteln Zugang zu den geheimnis­vollen Kulturen der First Nations, der indigenen Völker Kanadas. Wieder andere entführen ihre Gäste zu kulinarischen Erlebnissen der besonderen Art.

Lernen Sie vier Locals aus den vier Atlantik­provinzen Kanadas kennen, die einen Besuch in ihrer Heimat zu etwas Besonderem machen. Wie sie das tun und wie Sie dies erleben können, stellen wir Ihnen hier vor.

Anna-Marie Weir von „Roads to Sea“ Guided Tours, New Brunswick

Eine Frau zeigt einen großen Hummer
© Tourism New Brunswick

Mit ihrem Safari­hut und ihrer burschikosen Art ist einem Anna-Marie Weir sofort sympathisch. Ihre Heimat ist die Welt der Bay of Fundy und deren bewaldetes Hinter­land. Die zeigt sie ihren Gästen auf ihrer „Hopewell Rocks & Bay of Fundy Coastal Tour“. Im Fokus der Tour stehen die höchsten Gezeiten­unter­schiede der Welt. Der Tidenhub in der Bucht variiert von Tag zu Tag zwischen 10 und 14 Metern. Da die Natur keinen festen Zeiten kennt, finden ihre Touren zu täglich anderen Terminen statt. „Wir passen uns den Gezeiten an“, erklärt Anna-Marie. So garantiert sie ihren Gästen ein optimales Erlebnis des Natur­phänomens.

Anna-Marie ermöglicht Besuchern, die traditionelle Kultur der Mi’kmaq First Nations hautnah zu erleben. Die Gäste können auf Anna-Maries „Mi’kmaq Basket Making & Heritage Path Tour“ von Mit­gliedern des indigenen Volks erfahren, wie man Körbe flicht. Dafür wandern sie zunächst mit den indigenen Spezialisten durch den Wald und lernen alles über Pflanzen und Bäume, die sich dafür eignen. Nach einem Snack mit Mi’kmaq-Spezialitäten erfahren die Teil­nehmer, wie sie aus den gesammelten Materialien Körbe herstellen.

Hans-Peter Stutz, Weingutbesitzer der Domaine de Grand Pré Nova Scotia

Ein älteres Ehepaar trinkt Wein
© Riley Smith

Der gebürtige Schweizer Hans-Peter Stutz kam auf einer Geschäfts­reise nach Nova Scotia. Dabei hörte er von der Domaine de Grand Pré, einem Wein­gut an der Bay of Fundy. „Für Europäer hatte Kanada nie etwas mit Wein zu tun“, sagt er. „Da ging es eher um Hockey oder Curling.“ Tatsächlich aber ist die Provinz Nova Scotia mittler­weile nicht mehr nur ein Geheim­tipp unter Wein­lieb­habern, sondern sorgt durch wachsendes Renommee und viele preis­gekrönte Winzereien weit über die Landes­grenzen hinweg für Auf­merk­samkeit.

Auch Hans-Peter Stutz war vom kanadischen Wein fasziniert: Er kaufte das Wein­gut und machte daraus eines der besten der Provinz. Zusammen mit dem Gourmet-Restaurant „Le Caveau“, das sein Schwieger­sohn betreibt, gehört es heute zu den Top-Adressen auf der kulinarischen Land­karte von Ost­kanada. Vor allem die Kombination aus frischem Sea Food und guten Weinen mit regionaler Note macht die Küsten­region zu einem echten Hot­spot für Fein­schmecker.

Tausende Besucher kommen Jahr für Jahr zu diesem Wein­gut und sind – ebenso wie vor vielen Jahren Hans-Peter Stutz – erstaunt, dass in diesen Breiten Wein gedeiht. Doch hier an der Atlantik­küste sind die Bedingungen zum Wein­bau ideal: Es gibt relativ milde Temperaturen, die Böden sind reich an wichtigen Nähr­stoffen und eignen sich besonders für Trauben­sorten, aus denen später die schmack­haften Weiß- und Schaum­weine entstehen. „Wir zeigen Ihnen unsere Wein­sorte L’Acadie Blanc“, schlägt Hans-Peter Stutz vor. „Die meisten haben noch nie davon gehört, sind aber schnell von deren Qualität über­zeugt.“ Die Wein­sorte ist perfekt an die Region angepasst. „Sie verträgt sogar ein paar Tage mit Frost unter minus 25 Grad“, erklärt Hans-Peter Stutz. „Als führender Winzer muss ich experimentieren. Ich muss Neues aus­probieren. Und dafür sind wir bereit in der Domaine du Grand Pré!“

Perry Gotell von Tranquility Cove Adventures auf Prince Edward Island

Ein Surfer am Strand
© Steven Harris

Perry Gotell war früher, als Fischer, wie so viele andere auch an der Atlantik­küste betroffen vom Rück­gang der Fisch­bestände in den Gewässern vor Kanadas Ost­küste. „Ich brauchte eine zusätzliche Ein­kommens­quelle“, sagt er. „Beim Fischen und Acker­bau gibt’s gute, aber auch schlechte Jahre.“ Daher entschloss Perry sich, Erlebnis­touren ab George­town auf Prince Edward Island anzubieten.

Besonders beliebt ist die Tour, bei der er seine Gäste zum „Clam Digging“, dem Muschel­suchen, mit­nimmt. „Das ist echte körperliche Arbeit!“, betont ein Besucher, als er bis zur Brust im Wasser steht und unter Wasser nach den verräterischen Löchern sucht, unter denen sich die Muscheln im Sand verstecken. Perry steigt selbst jeden Tag ins Wasser, um nach Muscheln zu suchen.: „Anschließend braten wir sie am Strand. Und wärmen uns dabei am Feuer wieder auf.“

Den Erfolg seines Unternehmens schreibt er den veränderten Erwartungen der Besucher zu. „Die wollen heute keine Bustouren mehr, bei denen sie nur aus dem Fenster schauen – sie wollen raus und das selbst probieren.“ Als besonderes „Goodie“ erzählt er den Gästen Geschichten, wie das Leben seiner Eltern und Groß­eltern ausgesehen hat. Von der Schule, die nur einen Raum besaß. Vom Leben ohne Elektrizität. Wie sie mit Pferd und Kutsche oder mit dem Boot von Ort zu Ort reisten. „Meine Gäste lieben diese Geschichten! Und ich erzähle sie gern.“

Jürgen Schau, der „Puffin Man“ von Newfoundland and Labrador

Zwei Frauen halten Puffins (Papageientaucher)
© Newfoundland and Labrador Tourism

Jürgen Schau ist ein Mann, der zwei Leben führt, die unter­schiedlicher kaum sein können. Das erste Leben: Mit der US-Schau­spielerin Julia Roberts traf er sich in einer Bar. Und besuchte das Oktober­fest mit dem Body­builder, Schau­spieler und US-Politiker Arnold Schwarzen­egger. Hollywoods Super­stars gehörten zu seinem Alltag – als er noch Geschäfts­führender Direktor von Sony Pictures für Deutschland und Öster­reich war. Heute ist er in Rente und macht alles anders.

Das zweite Leben begann vor zwanzig Jahren. Jürgen Schau und seine Frau Elfie hatten sich auf einer Urlaubs­reise in Newfoundland and Labrador verliebt und kauften aus einer Laune heraus ein Haus in Witless Bay. Dort verbringen sie seither ihre Sommer. Mit einer gelben Schutz­weste und einer Taschen­lampe ausgerüstet geht Jürgen Schau jeden Sommer auf die Suche nach jungen Puffins, den bunten Papagei­vögeln. Auto­schein­werfer und die Lichter von Ort­schaften irritieren vor allem die nacht­blinden Jung­vögel. Gemeinsam mit Kindern aus dem Ort sammelt Jürgen Schau daher abends die orientierungs­losen Vögel ein und entlässt sie am nächsten Morgen in die Freiheit. „Wenn du am Morgen das Lächeln siehst, wenn wir die Vögel fliegen lassen, ist das Glück,“ so beschreibt er sein Leben als „Puffin Man“.

Weitere Informationen zur Puffin Patrol

So unterschiedlich die Erlebnisse sind, die Anna-Marie Weir, Hans-Peter Stutz, Perry Gotell und Jürgen Schau ihren Besuchern bieten – eines haben sie gemeinsam: die Liebe zu ihrer Heimat in Kanadas Atlantik­provinzen.

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