Destination Canada

Wein und Seafood genießen

Bereits die ersten französischen Siedler wussten die Genüsse zu schätzen, die Nova Scotia zu bieten hat. Es war der französische Forschungs­­reisende Samuel de Champlain , der die Gründung des L’Ordre de Bon Temps vorschlug. Dessen wichtigste Aufgabe sollte es sein, für gute Stimmung unter den Männern zu sorgen, die am Rande der Wildnis lebten. Dies geschah, indem man Fest­essen veranstaltete. Da wurde auf­getischt, was das Land hergab: Fische, Muscheln, Hummer, Wild, Geflügel, Beeren, Obst, Pilze und mehr. Zu Beginn stießen die Mitglieder mit ihren Gästen noch mit Wein aus Frankreich an. Aber schon bald wuchsen Wein­reben vor Ort in Annapolis Royal.

1634 erwähnte Isaac de Razilly, Gouverneur von Akadien, zum ersten Mal in seinen Schriften Wein: „Wir haben Bordeaux-Reben gepflanzt, die gut gedeihen.“ Trotz dieser viel­versprechenden Anfänge geriet der Wein­anbau im Lauf der Jahr­hunderte jedoch in Vergessen­heit. Andere Dinge beschäftigten die Menschen. England und Frankreich stritten sich um die Vorherr­schaft in Akadien. Als schließlich die Briten als Sieger aus diesen Streitig­keiten hervor­gingen, bemühten sie sich darum, schottische Auswanderer ins neu geschaffene Nova Scotia zu bringen. Die Schotten hatten an den Fein­heiten französischen Lebens­stils kein Interesse.

Die Weinlese ist auf vielen Weingütern in Nova Scotia Familiensache: Dann helfen alle Generationen mit.
Die Weinlese ist auf vielen Weingütern in Nova Scotia Familiensache: Dann helfen alle Generationen mit. © Tourism Nova Scotia

Eine Weinregion entsteht

Erst seit etwa 40 Jahren gedeihen wieder Weine in Nova Scotia. Heute konzentrieren sich die Weingüter der Provinz um das Minas-Becken an der Bay of Fundy. Das Weingut Grand Pré ist eines der bekanntesten Güter der Region. Hanspeter Stutz, ehemals Schweizer Bankier, über­nahm es Anfang der 1990er-Jahre und entwickelte es zum Zentrum einer kulinarischen Bewegung, die Nova Scotia heute zu einem Reise­ziel für Fein­schmecker macht. Anders als die meisten Winzer der Provinz, die europäische Reb­sorten anbauen, ist Stutz davon über­zeugt, dass Nova-Scotia-Weine eigens an das kühle, maritime Klima angepasst werden sollen.

Manche Weingüter an der Bay of Fundy bieten außergewöhnliche Ausblicke auf die Bucht mit dem höchsten Gezeitenunterschied der Welt.
Manche Weingüter an der Bay of Fundy bieten außergewöhnliche Ausblicke auf die Bucht mit dem höchsten Gezeitenunterschied der Welt. © Destination Canada

Von Lucie Kuhlmann bis zu Eiswein

Zu den erfolgreichsten Weiß­weinen gehören in Nova Scotia Hybrid­sorten wie L’Acadie Blanc, Seyval Blanc, Vidal und New York Muscat. Chardonnay, Ortega und Riesling zählen zu den neuesten Reb­sorten der Region. Außerdem produzieren die Winzer hervor­ragende Schaum­weine nach der traditionellen Méthode champenoise der französischen Champagne. Im Grand Pré ist man besonders stolz auf einen fünf Jahre im Fass gereiften weißen Port. In Europa unbekannte Rebsorten wie Lucie Kuhlmann, Baco Noir, Maréchal Foch und Léon Millot sind einige der besten Rot­weine des Anbau­gebiets.

Das Klima in Nova Scotia ist perfekt geeignet für die Produktion von Eis­wein. Die Trauben müssen gefroren sein, wenn sie geerntet werden. Während traditionelle Weine in den Herbst­­monaten von September bis November geerntet werden, findet die Eis­wein­­ernte in den Winter­­monaten statt.

Neben herkömmlichen Weinen produzieren die Winzer der Provinz auch Obstweine aus Äpfeln, arktischen Kiwis, Cran­berrys, Blau­beeren, Holunder­­beeren, Birnen, Himbeeren und anderen Früchten.

Dazu Seafood – eine köstliche Symbiose!

Nova Scotia ist von Meer umgeben. Da überrascht nicht, dass Meeres­­früchte zu den beliebtesten Speisen gehören. Hummer, Jakobs­­muscheln oder Chowder ergänzen sich hervor­ragend mit den Weinen der Region. Hummer gibt es in allen Variationen: frisch aus dem Meer mit Kartoffel­­salat und Mais­kolben mit geschmolzener Butter in „The South Shore Fish Shack“ oder als „Lobster Tacos“ in der Old Fish Factory, beide in Lunenburg. Warum nicht mal einen „Lobster Dip mit Chips“ probieren? Besonders gut schmecken zu den frischen Weinen aus Nova Scotia die „Digby Scallops“, die Jakobs­­muscheln von der Küste vor Digby.

Ein frischer Hummer schmeckt besonders gut zu den leichten Weinen aus einem der Weingüter Nova Scotias.
Ein frischer Hummer schmeckt besonders gut zu den leichten Weinen aus einem der Weingüter Nova Scotias. © Tourism Nova Scotia / Photographer: Scott Munn

Es muss auch nicht unbedingt ein Gourmet­­mahl sein, das zu einem Glas Nova-Scotia-Wein gereicht wird. Eine Wein­probe im Patio der Jost Vineyards in Malagash mit selbst geräuchertem Lachs und Blick auf die Wein­felder schmeckt dazu ebenso gut wie eine Seafood Chowder mit Hummer, Schell­fisch, Scallops, Shrimps und Kartoffeln in einer cremigen Brühe. Wenn’s draußen frisch wird, gibt’s diese Köstlichkeiten im gemütlichen „Seagrape Café & Deli“ in Malagash, auch vor dem offenen Kamin.

Gebratene Jakobsmuscheln ergänzen perfekt die feine Note eines L’Acadie Blanc aus dem Weingut Domaine du Grand Pré.
Gebratene Jakobsmuscheln ergänzen perfekt die feine Note eines L’Acadie Blanc aus dem Weingut Domaine du Grand Pré. © Tourism Nova Scotia / Photographer: Patrick Rojo

Geschmacks­erlebnis am Meeres­boden

Außergewöhnlich sind manche Erlebnisse, die für Wein- und Seafood-Lieb­haber angeboten werden. Im Burntcoat Head Park an der Bay of Fundy können Fein­schmecker ein mehr­gängiges Gourmet­menü auf dem Meeres­boden genießen. Die Bay of Fundy besitzt den welt­weit höchsten Tidenhub der Welt. Tag für Tag leert sich die Bucht bei Ebbe. Das ermöglicht es Küchen­chef Chris Velden von „The Flying Apron Inn & Cookery“ in Summerville, ein drei­gängiges Fein­schmecker­­menü auf dem Meeres­boden zu servieren, zusammen mit Weinen der Avondale Sky Winery. Chris, der 1995 als ausgebildeter Koch aus Deutschland per Schiff nach Kanada über­siedelte, hat in Nova Scotia eine neue Heimat und eine neue Küche gefunden. Ihm besonders wichtig: lokale Produkte! Diese kommen auch während des Dinners auf dem Meeres­boden auf den Teller. Wenige Stunden nach dem Fest­essen verschwindet der Veranstal­tungs­ort wieder unter acht Meter Meer­wasser.

Außergewöhnlich Speisen können Teilnehmer an einem Gourmetmahl auf dem Meeresboden im Burntcoat Head Park.
Außergewöhnlich Speisen können Teilnehmer an einem Gourmetmahl auf dem Meeresboden im Burntcoat Head Park. © Tourism Nova Scotia

Wer’s etwas traditioneller mag, kann auf dem Nova Scotia Good Cheer Trail Wein­güter, Brauereien, Cidrerien und Destillen sowie deren Köstlichkeiten kennen­lernen. Auf einer Reise durch die Provinz lernt man so nicht nur die besten Weine Neu­schott­­lands kennen, sondern auch deren Biere, Apfel­weine und Brände. Ganz in der Tradition des „Ordre de Bon Temps“ oder auch des „Order of Good Cheer“ lernen die heutigen Besucher die lokalen und regionalen Köstlich­keiten auf einem Road­trip kennen. Denn obwohl der Good Cheer Trail erst seit 2015 existiert, stammt die „Anordnung zur Guten Laune“ bereits aus dem Jahr 1606, als Samuel du Champlain sich in Port Royal für eine gute Bewirtung der Pioniere einsetzte. Bis heute zeigt sich der Einfluss des „Order of Good Cheer“ in der Gastro­nomie und insbesondere an den zahl­reichen Stationen des Trail, wo die Geschichte kulinarisch aufgearbeitet werden kann.

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