Tourism Toronto

Torontos Waterfront und Islands

Welche Millionen­metropole hat einen solchen See mit 46 Kilometer Küsten­linie und solche Kurz­urlaubs-Paradiese direkt vor der City? Ein paar Schritte nur sind’s zu Fuß an Torontos Ufer­promenade des Lake Ontario und weitere zehn Minuten mit der Fähre hinüber auf die Toronto Islands – für lange Ferien oder das sommerliche Picknick am Strand, an Rad­wegen oder, im Winter, zum Schlitt­schuh­­laufen.

Bitte einmal umdrehen, der City und ihrer Skyline aus glitzernden Bank- und Apartment-Towern den Rücken kehren! Dann noch unter der Schnell­straße Gardiner Express­way durch – schon ist man im Grünen. Und am Blauen: dem Lake Ontario. „New Blue Edge“ nennen Torontonians ihre Waterfront, die in den vergangenen Jahren Stück für Stück völlig neu gestaltet wurde. Hier schaltet jeder nach dem Büro­all­tag, der Shopping- oder Sight­seeing­­tour in Down­town Toronto mindestens einen Gang zurück in den Schlender-Modus.

Ufer-Magistralen wie Queens Quay West laden genau dazu ein – mit Rad- und Roller­skater-Spur sowie einem breiten Fuß­weg, der auf einigen Etappen in Wellen auf­geworfen daliegt. Im ersten Moment ein irritierender Hin­gucker, im zweiten eine pfiffige Gestaltung, die Kinder zum Rutschen und Passanten zum Aus­ruhen einlädt. Direkt am Wasser: In fuß­ball­feld­­großen Marinas dümpeln Jollen, schnittige weiße Speed­boote und auch mal ein Traditions­segler. Auf den Board­walks dazwischen sind meist Tische frei, für einen Latte macchiato oder einen „Iced Long Black“.

Der Fußweg schlägt auf einmal Wellen – für die Kinder ist diese Architektur eine Wonne!
Der Fußweg schlägt auf einmal Wellen – für die Kinder ist diese Architektur eine Wonne! © www.Torontowide.com

Entsprechend entspannt stromert früher oder später jeder Water­front-Bummler auf einen Mann zu, der auf dem hinteren Sattel eines Tandem­­fahr­rads sitzt und freundlich einladend lächelt. Ebenso wie das Rad ist auch der Mann aus Metall. Sein Name: Jack Layton. Viele Passanten schwingen sich auf den freien vorderen Sitz dieser Tandem-Skulptur und lassen sich gut gelaunt fotografieren neben dem einstigen Rats­herrn. Weil Layton ein großer Lieb­haber der Toronto Islands war, hat die Stadt ihm hier ein Denkmal gesetzt und das nahe Fähr­ter­minal nach ihm benannt.

Gerade mal zehn Minuten braucht die Fähre hinüber zu den Inseln Wards-, Algonquin- und Centre Island. Zusammen­hängend und aus der Luft betrachtet liegen sie in Form einer umgedrehten Pistole im Lake Ontario. Schon auf diesem Kurz­transfer wird deutlich, warum die Über­fahrt sich lohnt: Torontos glitzernde Sky­line erscheint in foto­gener Panorama­­breite – ein Fest für Smart­phone-Amateure und Profis mit dauer­klic­kenden Spiegel­reflex­­kameras.

Badespaß ist im Sommer auf den Inseln im Lake Ontario vorprogrammiert – und immer eine willkommene Erfrischung!
Badespaß ist im Sommer auf den Inseln im Lake Ontario vorprogrammiert – und immer eine willkommene Erfrischung! © Destination Canada

Auf einer der Inseln angekommen, erwartet einen Bullerbü statt Busy City: Bunt gestrichene, zumeist hölzerne Cottages ducken sich hinter hohen Bäumen auf zugewachsenen Grund­stücken. 260 solcher Häuser gibt es insgesamt, bewohnt von etwa 600 Insulanern.

Manuel Cappel ist einer von ihnen. Der gebürtige Deutsche wanderte 1955, im Alter von vier Jahren, mit seinen Eltern aus. Die Familie zog auf die Toronto Islands, und Manuel ist für immer hier­geblieben. Schon nach wenigen Minuten hier ahnt man, warum: Torontos City ist weit genug weg, sodass der Sound­track der kaum jemals schlafenden Stadt hier nicht zu hören ist. Und dabei ist sie doch so nah, dass man im Nu drüben und mitten­drin ist in „Toronno“, wie Ein­heimische ihre Stadt aussprechen.

Manuel Cappel ist so etwas wie der „bunte Vogel“ auf den Toronto Islands, eine Art „Hans­dampf in vielen Häusern“. Im 200 Jahre alten Gibraltar Light­house etwa, einem der ältesten Bau­werke Torontos, kümmert sich der 67-Jährige ehren­amtlich um den 1808 aus Natur­steinen errichteten Leucht­turm und erzählt, dass dieser mit John Paul Radelmüller ganz zu Anfang schon mal einen Deutschen als Wärter hatte. Bis er von britischen Soldaten erschlagen wurde – angeblich, weil Radelmüller ihnen kein weiteres seiner selbst gebrauten Biere ausschenken wollte. Des Wärters Geist soll noch heute im Leucht­turm herum­spuken …

Für solchen Hokuspokus hat Manuel Cappel keine Zeit. Er zeigt Gästen in der Nähe des Leucht­turms lieber seine alte Schule, die er zur Künstler­­werk­statt umgewandelt hat. Selbst konstruierte Fahr­räder und dazu passende teils kuriose Lasten­­anhänger schweißt und schraubt er hier zusammen: Einer ist die original­getreue Nach­bildung eines alten Torontoer Straßen­bahn­­waggons, ein anderer ähnelt der historischen Fähre „The Bluebell“. Ach ja, Wider­stands­­kämpfer war Manuel Cappel übrigens auch: Zusammen mit vielen Insulanern wehrte er sich mehr als 30 Jahre lang gegen Pläne von Torontos Stadt­ver­waltung, alle Bewohner von den Inseln zu vertreiben, um eine reine Park­landschaft daraus zu machen. 1993 schließlich gaben die Politiker nach und den „Haus­besetzern“, wie sie genannt wurden, ein Pacht­recht für 99 Jahre.

Dadurch blieben viele Attraktionen erhalten, derentwegen Besucher heute hinüber­schippern: Das gemütliche „Rectory Cafe“ mit seinem schattigen Garten etwa – idealer Anlauf­punkt für alle Stipp­visi­teure, die aus Zeit­gründen schon bei der Ankunft die Fähre zurück im Blick haben. Manuel Cappel hat das Café mal geleitet, diesen Job aber vor Jahren abgegeben, auch um mit der Restaurierung alter Über­land­busse voran­zukommen, die er regel­mäßig kauft, aber auf den Inseln nicht fahren darf. Denn benzin­­getriebene Fahr­zeuge sind hier verboten – mit wenigen Ausnahmen: Schnee­räum­­maschinen und der Schul­bus sowie für Umzüge und andere Groß­trans­porte,. Auch einen Laden gibt’s auf den Toronto Islands nicht. Die Insulaner kaufen ihren täglichen Bedarf auf dem Festland und transportieren ihn per Fähre und Fahr­rad nach Hause. Sehr zum Vorteil Ruhe suchender Gäste, die sich auf diese Weise ungestört von Motoren­geräuschen und Abgasen erholen können.

Beliebt bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen ist mit seinem unvergleichlichen historischen Charme der Centreville Amusement Park auf Centre Island.
Beliebt bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen ist mit seinem unvergleichlichen historischen Charme der Centreville Amusement Park auf Centre Island. © Tourism Toronto

Während der 35-minütigen „Toronto Island Tram Tour“ etwa – in Minibussen, natürlich mit Elektro­motor. Oder bei einer Partie „Frisbee Golf“ auf einem eigens dafür eingerichteten Course auf Ward Island. Oder einer Runde Stand Up Paddling. Seit mehr als 30 Jahren richten die Toronto Islands zudem ihr eigenes Drachen­boot­­rennen aus – eine Publikums-Attraktion, immer im Juni. Weit­läufige grüne Wiesen, von Radwegen durch­zogen, laden ebenso zum Relaxen ein wie die Strände. Der wohl schönste ist der Centre Island Beach. Nicht weit entfernt davon liegt der Centreville Amusement Park – ein historischer Rummel mit museums­reifen (aber sicheren!) Karussells, Sky Rides und einem Streichel­zoo. Tennis- und Beach­volley­­ball­plätze gibt’s in der Nähe von Hanlan’s Point, Grill­plätze mit fest installierten Barbecues vieler­orts auf den Inseln. Nur Fleisch, Kohle und Anzünder muss man selbst mit­bringen …

Hier am Harbourfront Centre geht’s im Winter rund – Schlittschuhläufer kreisen bei der DJ Skate Night auf der Eisbahn.
Hier am Harbourfront Centre geht’s im Winter rund – Schlittschuhläufer kreisen bei der DJ Skate Night auf der Eisbahn. © Brian Medina

Und im Winter? Auch dann lohnt sich ein Abstecher ans Wasser – für Ski­lang­lauf und Schnee­wan­derungen. Vor allem aber zu Schlitt­schuh-Ausflügen: Perfekte Bedingungen für Schlitt­schuh­­läufer bietet die Bahn an der Harbour­front. Direkt am Wasser und mit Blick auf die Islands gelegen, öffnet das Harbour­front Centre ab November seine Pforten für die Skater, die sich hier den ganzen Winter über auf der Eisfläche tummeln – bei „DJ Skate Nights“, in Anfänger­kursen oder einfach so.

Auch die Lagunenseen zwischen den insgesamt 15 Inseln eignen sich hervor­ragend für eine Schlitt­schuh­­fahrt. Sie frieren bei den oft eisigen Temperaturen zu. Wer hier iceskaten möchte, sollte unbedingt Proviant mitbringen, denn im Winter hat keins der Restaurants auf den Toronto Islands geöffnet. Und bitte schön warm ein­packen, denn am Fähr­anleger gibt es keine geheizten Schutz­­häuschen gegen den schon mal schneidenden Winter­wind auf dem Lake Ontario!

Auf jeden Fall ist es ein einmaliger Ausflug in ein Winter­wunder­­land, bei dem Torontos Sky­line – anders als im Sommer nicht von belaubten Bäumen verdeckt – permanent im Blick ist und wirkt wie eine wunder­schöne XXL-Foto­tapete.

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