Sebastian Arlt

Porzellanmaler in Meissen: Mit ruhiger Hand

Meissener Porzellan wird auch heute noch mit der Hand bemalt, jedes einzelne Stück. Ute Speda macht das seit 40 Jahren. Ein Besuch

Nachdem sie das erste Mal auf Porzellan gemalt hatte, war Ute Speda verzweifelt. Ein Jahr Ausbildung in der Manufaktur Meissen hatte sie damals schon hinter sich. Hatte dort Landschaften gezeichnet, Blüten, Tiere und Akte, allerdings immer nur auf Papier. Nun sollte sie eine einfache, gerade Linie auf Porzellan malen. „Das sieht so einfach aus“, sagt sie. „Aber die Feder war ganz dünn und das Porzellan glatt – und meine Linie am Ende nicht gerade. Ich dachte: Das lerne ich nie!“

Knapp 40 Jahre sind seitdem vergangen, und wenn man der Porzellanmalerin heute zusieht, dann ist klar, dass sie sich damals geirrt hat. Dass sie ihr Handwerk nicht nur gelernt hat, sondern es heute geradezu meisterhaft beherrscht.

Meissen Porzellan mit ruhiger Hand Ute Speda ist Porzellanmalerin. Seit vierzig Jahren arbeitet sie in Meißen. © Sebastian Arlt
Meissen Porzellan Mit ruhiger Hand Die Farbe für die kunstvollen Verzierungen wird mit Pulver und Terpentin angemischt. © Sebastian Arlt

Ute Speda ist eine von knapp 200 Porzellanmalerinnen und -malern in der Manufaktur Meissen. Die 59-Jährige sitzt in einem Zeichensaal, der harzige Geruch von Terpentin schwebt in der Luft. Damit und mit Pulvern aus einer Unzahl kleiner Döschen werden die Farben angemischt, mit denen die unterschiedlichsten Motive entstehen – mal auf Kannen, mal auf Tellern oder, so wie heute, auf Weihnachtsschmuck: kleine Glocken aus Porzellan und Christbaumkugeln. Also taucht Speda ihren Pinsel in die Farbe und beginnt mit der Arbeit.

Faible für Weihnachtsmotive

„Mein Großvater war Kulissenmaler an der Semperoper in Dresden“, erzählt sie und zeichnet feine Linien auf das weiße Glöckchen vor ihr auf dem Tisch. „Vielleicht hat er mir sein Talent und die Liebe zum Malen vererbt.“ Doch Talent allein, sagt die Porzellanmalerin auch, reiche nicht aus. „Man muss auch locker sein. Wenn man verkrampft, werden die Linien zu fest und zu stark.“ Spedas Linien sind sanft und dünn, auf dem Glöckchen bilden sie jetzt die Umrisse einer weihnachtlichen Stechpalme. „Ich male alle Motive gern, aber die von Weihnachten mag ich besonders“, schwärmt sie. „Weil sie so einfach sind, aber trotzdem hübsch!“ Dann taucht sie den Pinsel wieder in die Farbe. Mit ruhigen Bewegungen führt sie ihn über das Porzellan, gefühlvoll, aber auch locker, schließlich entstehen nur so perfekte, dünne Linien.

Mehr Porzellan finden Sie unter www.meissen.com.

Meissen Porzellan mit ruhiger Hand
Unter Ute Spedas feinen Pinsel entstehen weihnachtliche Muster für das weltberühmte Porzellan aus Sachsen. © Sebastian Arlt

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