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Mit Humor gegen Hass

Hape Kerkeling sang als Peter Schlönzke im Film „Kein Pardon“ einst: „Witzischkeit kennt keine Grenzen, Witzischkeit kennt kein Pardon.“ Und in der Tat: Humor setzt sich über Grenzen hinweg, sprengt sie – und kennt auch im Hinblick auf Hass kein Pardon: Rassismus wird entlarvt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Wir zeigen einige Beispiele. Nachmachen wird dringend empfohlen.

Hass. Gegen Fremde. Gegen „die anderen“. Hass gegen Menschen etwa, die unter größten Widrigkeiten ihre Heimat, ihr Hab und Gut und teils auch ihre Familien in einem von Krieg zerstörten Land zurücklassen mussten. Hass, der gerade im Internet häufig zutage tritt. In Kommentaren und Postings, manchmal versteckt nach dem Motto „Man wird ja wohl noch mal sagen dürfen …“, oft wird aber auch direkt und im Schutze der Anonymität gewettert, gepöbelt, gehatet. Eine Art, die Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken und den Hasspöblern Einhalt zu gebieten, ist, ihr online und offline mit Humor zu begegnen. Fünf Beispiele, denen wir gern eine Bühne geben wollen:

Memes gegen Hetze:

Die Kampagne „No Hate Speech“ etwa erstellt Memes, die frei zum Download zur Verfügung stehen. Witzige gifs und Bilder sollen gezielt dazu eingesetzt werden, der Hetze im Netz entgegenzuwirken und etwa der Verdrehung von Fakten à la „Meine Tochter kann keinen Sport mehr machen, weil Flüchtlinge in der Turnhalle unterkommen!“ beizukommen. Wer selbst Memes dazu erstellt hat, darf sie dort hochladen und mit anderen teilen.

no-hate-speech.de/de/kontern/

Mit Humor gegen Hass © no-hate-speech.de

Videos gegen Vorurteile:

Auch der erfolgreiche YouTuber Firas Alshater schlägt mit seinen Videos eine Brücke: Mit einem Augenzwinkern etwa dreht er Vorurteile um, die über Deutsche behauptet werden. Oder „Zukar“ nimmt sich in seinen Beauty-Tipps schon mal die Kommentare unter seinen Videos vor. Unter seinem ersten Video hatte ein User gepostet: „Du hässliche fette Ratte“, ein anderer schrieb: „So ein knuffiger Bär.“ Firas’ Beauty-Tipp dazu lautet so einfach wie einleuchtend: „Wenn du schön sein willst, such dir Menschen, die dich schön finden.“ Bei aller Satire und allem Witz verheimlicht er allerdings nicht den Grund für seine Flucht aus der syrischen Stadt Aleppo vor gut 2,5 Jahren: Denn unter dem Assad-Regime, gegen das der Filmemacher auch auf die Straße ging, saß Alshater neun Monate im Gefängnis.


Gamer gegen Pegida:

Wie man neueste Smartphone-Games nutzen kann, um den „besorgten Bürgern“ einer Pegida-Versammlung in die Quere zu kommen, zeigten „Pokémon GO“-Spieler unter dem Motto „Pegimon Go“ in München. Als Pegida München nach zwei Monaten Pause ankündigte, sich wieder versammeln zu wollen, rief die Initiative „Love, Beats & HappyBass“ die Gamer zur Pokémon-Jagd auf dem Münchner Odeonsplatz auf. Mithilfe von Lockmodulen sollten die Pokémon-Spieler vor die Feldherrnhalle gelockt werden, damit möglichst viele Gamer die Pegida-Teilnehmer störten. Gelungene Aktion!

Mit Humor gegen Hass © Love, Beats & HappyBass

Spendenlauf gegen sich selbst:

Pinke Plakate und Bananen: In der bayerischen Kleinstadt Wunsiedel fallen alljährlich Neonazis zum Gedenkmarsch für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß ein. Vor zwei Jahren hat sich die Stadt gewehrt – mit einer ordentlichen Portion Humor. Die rund 250 Neonazis wurden zum „unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“ begrüßt. Die Idee: Für jeden Meter, den ein Teilnehmer zurücklegt, werden 10 Euro für EXIT, das Aussteigerprogramm für Rechtsextreme, gespendet. Die „Läufer“ erfuhren davon allerdings erst, als sie schon angefangen hatten, sich in Bewegung zu setzen. Als sie über die Ziellinie kamen, hatten sie so 10.000 Euro gegen sich selbst erlaufen. Unter dem Stichwort „Mein Mampf“ statt „Mein Kampf“ wurden außerdem zur Stärkung Bananen angeboten. Köstlich. Doch das Beste: Das Beispiel macht Schule. Immer mehr „Gedenkmärsche“ der Rechten werden zu Spendenläufen, und so konnten bereits mehr als 35.000 Euro gesammelt werden. Mehr Infos bei „Rechts Gegen Rechts“.


Schlau gegen Dumm:

„Fremd im Eigendem Land“, „Hi Hitler“ oder auch „Sigh Heil“, falsch gesprühte Hakenkreuze und eines mit der Überschrift „Well be bak“. Comedian Carolin Kebekus bringt es auf den Punkt in dem Musikvideo, das sie in ihrer Sendung „PussyTerror TV“ veröffentlichte: „Wie blöd du bist“. Ähnlich wie Dunja Hayali führt sie auf, aus welcher Unwissenheit und schlechter Bildung braune Parolen und Hass geboren werden. Das Video endet mit der Sequenz zweier Faschisten, die stolz die Deutschland-Flagge vor sich hertragen – verkehrt herum.


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