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#YouGeHa: Mit Katzen, Fakten und Counterspeech Anti-Hass-Kampagne

YouTuber machen Ernst. Dass auf der Videoplattform nicht nur die neuesten Make-up- und Food-Trends im Fokus stehen, will die unabhängige Kampagne „YouTuber gegen Hass“ zeigen. Unter #YouGeHa teilen prominente YouTuber ernste, komische und aufklärende Videobeiträge über alles, was Hass auslöst. Die Kampagne im Porträt.

„Katzen bekommen überall Asyl – sie müssen einfach nur vor der Tür sitzen und ‚Miau‘ machen, schon kommt jemand und macht ihnen auf“, beklagt der YouTuber Firas Alshater in seinem Video „Ich habe nix gegen Katzen …“. Und kommt zu dem Schluss: „Wenn man sich anstrengt, kann man wirklich alles hassen. Egal, was. Muss man aber nicht.“

Das Video des syrischen Schauspielers Firas Alshater, der seinen YouTube-Kanal „Zukar“ seit September 2015 betreibt, ist ein Beitrag zur unabhängigen Kampagne „YouTuber gegen Hass“, die Anfang dieses Jahres bereits zum zweiten Mal stattfand.

Unter dem Hashtag #YouGeHa veröffentlichen bekannte YouTuberinnen und YouTuber Videos für mehr Toleranz und Verständnis gegenüber anderen Kulturen und Mitmenschen. Entstanden ist die Aktion im Umfeld einiger Wissens-YouTuber um den Journalisten und YouTuber Mirko Drotschmann, der seit 2012 seinen Kanal „MrWissen2Go“ betreibt und dort Allgemeinwissen zu aktuellen und historischen Themen mit seinen Zuschauerinnen und Zuschauern teilt.

 

Im Laufe des Jahres 2014 haben wir eine zunehmende Verrohung der Kommentare unter unseren Videos, aber auch allgemein im Internet festgestellt.
Mirko Drotschmann

„Der Auslöser für unsere Aktion war ein Gefühl, das uns irgendwann nicht mehr losgelassen hat. Im Laufe des Jahres 2014 haben wir eine zunehmende Verrohung der Kommentare unter unseren Videos, aber auch allgemein im Internet festgestellt. Dazu kam, dass man diesen Hass vermehrt auch auf der Straße beobachten konnte – unter anderem durch fremdenfeindliche Demonstrationen überall in Deutschland. Für uns war klar, dass wir da nicht einfach zuschauen dürfen“, sagt Mirko Drotschmann.

YouTube als politischer Ort

Im Januar 2015 posteten 30 bekannte YouTuberinnen und YouTuber täglich um 15 Uhr unter dem Hashtag #YouGeHa eine Woche lang Videobeiträge, die sich in vielfältiger Weise mit Respekt und Toleranz befassten. Die Videos erreichten mehr als 1,6 Millionen Aufrufe, über 20.000 Kommentare und etwa 125.000 Likes auf YouTube. Die Aktion war so erfolgreich, dass es Anfang 2016 eine Fortsetzung gab. Auf Twitter wurden innerhalb einer Woche über 4.000 Tweets und 54.000 Retweets erzielt. „Wir wollten versuchen, unsere Reichweite einzusetzen, um vor allem junge Menschen zum Nach- und womöglich auch zum Umdenken anzuregen. Natürlich sind ein paar Videos nur der berühmte ,Tropfen auf den heißen Stein‘, aber immerhin besser, als tatenlos zuzuschauen“, sagt Drotschmann.

Ihm persönlich ist vor allem das Thema „Toleranz“ extrem wichtig – in allen Bereichen des Lebens. Egal, ob es darum geht, MitschülerInnen oder KollegInnen am Arbeitsplatz so zu akzeptieren, wie sie sind, und sie nicht auszugrenzen, oder ob es um die ganz großen Themen der Gesellschaft wie Homosexualität, Integration und Solidarität mit Schwächeren geht. Drotschmann sagt: „Ich bin immer wieder erschrocken darüber, wie vielen Menschen bei manchen Themen offenbar jegliche Empathie zu fehlen scheint.“

Dass YouTube neben unterhaltsamer Comedy und Beauty-Tutorials auch politische Beiträge zu bieten hat und ein ernst zu nehmendes Medium ist, zeigen die Videobeiträge unter dem Hashtag #YouGeHa deutlich. In diesem Jahr wurde die Initiative bei „The Bobs“ – dem Wettbewerb „Best of Online Activism“ der Deutschen Welle für Blogger, Aktivisten und Journalisten, die sich im Internet für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte einsetzen – als User-Gewinner ausgezeichnet. Auch wenn #YouGeHa keine regelmäßige Aktion ist, ist eine Fortsetzung im kommenden Jahr dennoch gut möglich. „Denkbar wären auch andere Aktionen unter diesem Banner – schauen wir einfach mal, was die Zukunft bringt“, so Drotschmann.


Noch mehr Videos der YouTuber gegen Hass:

 

Die YouTuberin Vegas erklärt, wie man in nur vier Schritten zum Pegida-Anhänger wird:


Karin Yinyin teilt ihre Rassismus-Erfahrungen mit uns:


Dailyknoedel ist der Neue im Dorf:


Ben von „SOundSO gesehen“ macht Werbung für verschiedene Hasspakete:


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