Destination Canada

Auf Kunst-Pfaden an der Sunshine-Coast

Fröhlich flattert die lila Fahne in der salzigen Pazifik-Brise. Dekorativ hebt sie sich vor dem stahlblauen Himmel British Columbias ab, doch sie hat auch eine Bedeutung. Wo sie hängt, entsteht Kunst der First Nations. Und jeder Besucher der Sunshine Coast ist herzlich eingeladen, daran teilzuhaben.

Mit den „Purple Flags“ markieren Künstlerinnen und Künstler zwischen Langdale und Lund ihre Ateliers und Galerien. Und die gibt es nordwestlich von Vancouver wie Sand am Meer. Gemessen an ihrer Einwohnerzahl hat die Sunshine Coast die meisten Künstler in Kanada. Viele gehören zu den sogenannten First Nations, den Nachfahren der indigenen Völker, von denen einige bereits seit 12.000 Jahren zwischen den Coast Mountains im Osten und Vancouver Island im Westen leben.

Ein Indianer-Kunstwerk auf einem Felsen
Stolzer Reiter: In futuristischer Architektur betreibt die Osoyoos Indian Band das Nk’Mip Desert Culture Centre in Osooyos, bietet Führungen in die Wüste an und sorgt mit Unternehmungen wie einem Weingut, einem Resort und einem Golfplatz für Einkünfte. © Destination Canada

„Sonnenschein-Küste“ – das klingt zwar wie die Bezeichnung für einen spirituellen Ort, die Entstehung dieses Namens ist aber viel profaner. Im 18. Jahrhundert hatten sich die ersten Siedler im heutigen Powell River niedergelassen, und Fischfang, Holzverarbeitung, später die Papierproduktion prägten die Wirtschaft der Küste. Einer der Pioniere ließ 1914 ein Schild mit der Aufschrift „The Sunshine Belt“ in Roberts Creek anbringen, um den kleinen Ort zwischen Gibsons und Sechelt auch als Sommerurlaubsziel zu bewerben. Die Black Ball Ferries, die 1951 eine regelmäßige Fährverbindung an die Küste einrichteten, übernahmen die Idee und nannten ihr neues Ziel „Sunshine Coast“. Der Name gefiel und bürgerte sich ein – auch unter den First Nations.

Beeindruckende Totempfähle

Zu den größten unter den insgesamt 50 indigenen Völkern in British Columbia – das die größte Vielfalt an First Nations in Kanada aufweist – zählen die Squamish, die Sechelt, die Sliammon und die Kla’hoose. Jedes Volk hat seine eigene Sprache, Geschichte und Kunst. Entsprechend facettenreich sind die Werke. Fährt man die Fjorde an der 180 Kilometer langen Küstenlinie entlang oder bummelt man durch die größten Städte der Sunshine Coast, trifft man überall auf ihre Arbeiten. Dafür muss man jedoch zunächst an die Südwestspitze des Festlands von British Columbia gelangen: Bis heute ist die Sunshine Coast nur per Schiff oder Flugzeug von Vancouver und Vancouver Island aus zu erreichen. Berge und Fjorde isolieren die Küste, schützen sie aber auch. So ist das Klima relativ mild mit gemäßigten Wintern, in denen man am selben Tag morgens in den Bergen schneeschuhwandern und am Nachmittag an der Küste Golf spielen kann. An bis zu 30 Grad warmen Sommertagen wird die Küste zum Bade- und Wassersport-Paradies.

Totempfahl: Das „Squamish Lil'wat Cultural Centre“ in Whistler bringt die Kultur der First Nations nahe.
Totempfahl: Das „Squamish Lil'wat Cultural Centre“ in Whistler bringt die Kultur der First Nations nahe. © Destination Canada

Vielerorts begegnet man beeindruckenden Totempfählen. Die aus großen Baumstämmen geschnitzten Skulpturen haben keine spirituelle Bedeutung, vielmehr geben sie Informationen über die Familien der verschiedenen First-Nations-Völker und deren Stellung. Wer die Bedeutung dieser Kunst im Ansatz verstehen will, sollte eines der hervorragenden Museen in der Region besuchen. Einen guten Überblick gibt das Sunshine Coast Museum & Archives in Gibsons; Häuser wie das Shishalh Nation Tems Swiya Museum in Sechelt richten den Fokus auf einzelne Völker, in diesem Fall auf die Sechelt First Nation.

Guides mit Geschichte

Besser als das beste Museum aber ist der Kontakt mit Angehörigen der First Nations und deren Künstlern. Dabei helfen die „Purple Flags“. Sie signalisieren: „We’re open“. Und das durchaus auch im übertragenen Sinn, denn die Künstler sind bekannt für ihre offene Art. Wer anklopft und freundlich anfragt, erfährt nicht selten Spannendes über die Werke und ihre Entstehung. Auf ähnliche Weise vermitteln auch von First Nations geleitete Natur-Exkursionen oder Outdoor-Aktivitäten ganz besondere Eindrücke. Denn niemand kennt die zerklüftete Küste und das von gemäßigtem Regenwald überzogene Hinterland besser als diejenigen, deren Vorfahren dort schon seit Jahrtausenden gelebt haben.

Meer und Gebirge: Vor der Küste von British Columbia liegen über 5000 kleinere und größere Inseln.
Meer und Gebirge: Vor der Küste von British Columbia liegen über 5000 kleinere und größere Inseln. © Destination BC/Andrew Strain

Viele Tour-Anbieter beschäftigen Guides der First Nations. Einige Unternehmen, wie zum Beispiel Talaysay Tours, werden sogar von ihnen selbst betrieben. Sie bieten neben Totempfahl-Touren auch Waldwanderungen an, auf denen sie Bäume und Pflanzen und deren Bedeutung für die First Nations erklären. Geführte Kajak-Touren stehen ebenfalls auf dem Programm – kunstvoll aus Zedernholz gearbeitete Kanus waren schließlich jahrtausendelang das wichtigste Fortbewegungsmittel an der Küste; sie zählen längst zu Kanadas Nationalsymbolen.

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