Wolfgang Greiner

Durch den Osten Kanadas auf dem Seafood Trail

Dank seiner Atlantik-Lage ist Nova Scotia ein Schlaraffenland für Fisch- und Meeresfrüchte-Fans. Auf dem Seafood Trail mit den vier Schwerpunkten Chowder, Fish & Chips, Austern und Hummer findet der Reisende auf Schritt und Tritt Restaurants, Imbisse und Fischereibetriebe mit den Spezialitäten der Provinz. Dazu bietet Nova Scotia wildromantische Landschaften und aufregende Outdoor-Abenteuer.

Auf Küsten- und Landstraßen durch Natur, Fischerdörfer und historische Städte fahren, um die unterschiedlichen Facetten der maritimen Küche von Nova Scotia zu probieren – das ist der Seafood Trail. Startpunkt ist die Hauptstadt Halifax. Bereits hier hat die Akklimatisierung am Fish & Chips-Stand, im Brauerei-Pub oder einem Fischrestaurant reibungslos geklappt und den Wunsch aufkommen lassen, weitere Früchte des Atlantiks frisch vom Boot auf den Teller zu bekommen. Dazu hat man bei über 200 kulinarischen Stopps genügend Gelegenheit, von denen wir hier einige Highlights vorstellen.

Glenwood: Frischer Hummer vom Lagerfeuer

Vorbei an Peggy’s Cove geht es nach Lunenburg, seines Zeichens UNESCO-Weltkulturerbe. Am historischen Hafen gibt’s nach einem Besuch im Fischereimuseum ein cremiges Seafood Chowder oder frische Austern, dazu einen regionalen Weißwein oder einen Digestif aus der örtlichen „Ironworks Distillery“.

Etwas weiter westlich geht es in Shelburne zum ersten Mal aufs Boot. In einem der größten natürlichen Häfen der Welt fördert Captain Ken aus seinen Hummerfallen das eine oder andere Schwergewicht ans Tageslicht. Auf dem abendlichen „Kitchen Party Cruise“ wandert der Fang direkt in die Bordküche.

Romantischer lässt sich der Hummer ganz in der Nähe in Glenwood bei der Lobster Bay in „Ye Olde Argyler Lodge“ genießen, wo er von Lodge-Chef Jonathan im großen Kessel über dem Lagerfeuer zubereitet wird. Dazu gibt es Crab Cakes, Wein – und mit etwas Glück einen unvergesslichen Sonnenuntergang.

In der nahe gelegenen Gemeinde Sainte Anne du Ruisseau lebt die Familie D’Eon von den Austern im Eel Lake. Geschätzte drei Millionen Atlantic Oysters erntet das dreiköpfige Team und liefert sie weiter an Restaurants und Märkte in ganz Kanada. Zwischendurch findet Sohn Nick Zeit, das Ernten und die Sortierung der edlen Muscheln vorzuführen, und gibt Gelegenheit, einige Exemplare direkt zu verkosten.

Durchs Land der Akadier, der Nachfahren französischer Siedler, geht es danach über Yarmouth nach Digby an der Bay of Fundy. Hier liegt eine riesige Jakobsmuschel-Fangflotte vor Anker. Die „Digby Scallops“ gedeihen bestens in den kalten Wassern und genießen von daher Weltruf.

Hall’s Harbour: Lobster-Fangplatz mit mächtiger Gezeitenwelle

Östlich von Digby erreichen wir das Annapolis Valley . In dieser fruchtbaren Region ließen sich Ende der 1990er die ersten Winzer nieder. Heute gibt es bereits mehr als ein Dutzend Betriebe, die neben Verkostungsräumen auch Restaurants betreiben, in denen Fangfrisches aus dem Atlantik serviert wird.

Das kommt zum Beispiel aus Hall’s Harbour, dem zentralen Fangplatz für den „Bay of Fundy Lobster“. Von der Terrasse des dortigen Lobster Pound lässt sich ein ganz besonderes Naturspektakel beobachten: die größte Gezeitenwelle Nordamerikas. Wer den extremen Tidenhub am eigenen Leib erfahren möchte, surft die Flutwelle in einem Schlauchboot auf dem Shubenacadie River. Doch Vorsicht: Unerlässlich für Tidal Bore Rafting sind ein starker Magen und Schwimmkenntnisse!

Die Gezeiten sind auch Thema beim „Dining on the Ocean Floor“ in Burntcoat. Die Erlebnisgastronomie mit wechselnden Köchen findet im Sommer bei Ebbe direkt im Watt statt – das wohl ungewöhnlichste Freiluftrestaurant des Landes!

Über Truro fahren wir weiter nach Pictou am Northumberland Shore, Heimat von „The Kilted Chef“. Der Koch im Schottenrock heißt Alain Bosse und ist berühmt für seine regionalen Kreationen. Im Rahmen der „Cooking on the Farm“-Kochkurse vermittelt er zum Beispiel, wie Hummer zubereitet wird und welche heimischen Produkte am besten dazu passen. Danach geht es ins Fischereimuseum und zur Lobster-Farm, oder man besucht die Brauerei in Tatamagouche und die Ahornsirup-Farm in Earltown. Für Abwechslung ist also gesorgt!

Sydney: Austern schlürfen bei Fiddle Music

Nach einer Stunde Fahrt verlässt man über den Canso Causeway das Festland und erreicht die Insel Cape Breton. Auch hier wird die Küche vom kalten Atlantik diktiert (wenngleich in den Highlands nach gutem schottischen Vorbild auch edle Rinder weiden). In Mabou ist jedenfalls die Auster das Highlight, in Baddeck der Hummer, in Neil’s Harbour das Seafood Chowder, und beim historischen „Beggar’s Banquet“ in Louisbourg wird Snow Crab serviert.

Oft spürt man den französischen Einfluss auf Land, Leute und Rezepte – so zum Beispiel in der akadischen Gemeinde Chéticamp. Deutlich gälische Wurzeln hat dagegen die flüssige Nahrung: In Mabou wird in der „Glenora Distillery“ exzellenter Single Malt Whisky erzeugt, und in Pubs wie dem „Red Shoe“ trinkt man zum Fisch am liebsten gehaltvolles Bier.

Auf Restaurants verzichten muss man im Cape Breton Highlands National Park. Der Park, in dem Berge auf den Atlantik treffen, ist der ideale Ort, um beim Wandern, Mountainbiken oder Kajaken überschüssige Kalorien abzuarbeiten, bevor es zurück nach Halifax geht. Davor darf jedoch der Abstecher ins „Governors Pub & Eatery“ im (kanadischen!) Sydney nicht fehlen: Auf der Dachterrasse Austern schlürfen, ein Oatmeal Stout trinken, der irischen Fiddle Music lauschen und Kreuzfahrtschiffe bei der Ankunft im Hafen beobachten ist der würdige Abschluss eines unvergesslichen Roadtrips.

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