Ole Häntzschel

So heizen wir in Zukunft

Fossile Brennstoffe sind endlich und belasten das Klima. Noch immer sind rund
zwei Drittel aller zentralen Heizungsanlagen in Deutschland technisch ineffizient und veraltet, so der Bundesverband der Heizungsindustrie (BDH) in seiner jährlichen Erhebung zum energetischen Zustand des Anlagenbestandes. Die Modernisierung der fast 14 Millionen veralteten Anlagen, würde laut BDH eine Einsparung von 13 Prozent des deutschen Energieverbrauchs bedeuten. Moderne Wärmespender sind klimafreundlich, nachhaltig und schon jetzt auf dem Markt. Welche Möglichkeiten es für die Wärmewende in Ihrem Heizungskeller gibt. 

So heizen wir in Zukunft: stromerzeugende Heizung © Ole Häntzschel

Solarthermie

Auf Sonne setzen: Solarkollektoren nehmen das Sonnenlicht über ihre Oberfläche auf, dort wird es in Wärme umgewandelt. Über einen Wärmekreislauf wird die Sonnenwärme in einen Wärmespeicher ins Haus geleitet und steht dort für den Warmwasser- oder Heizwärmebedarf zur Verfügung. Durch die Speicherung können mehrere Stunden bis Tage ohne Sonnenschein überbrückt werden. In der kälteren Jahreszeit ist eventuell eine Zusatzenergie als Ergänzung notwendig. Wer die Energiebilanz seines Hauses noch verbessern will, kann zum Beispiel auf die Kombination von Solarthermie und Erdgas-Brennwert setzen.


Wärmepumpe

Die Umwelt heizt mit: Während ein Kühlschrank seinem Inneren Wärme entzieht und nach außen abgibt, nimmt die Wärmepumpe sie aus dem Außenbereich und macht daraus Heizenergie. Das zugrunde liegende Prinzip ist der so genannte Joule-Thomson-Effekt. Eine Wärmepumpe-Heizungsanlage besteht aus drei Teilen: einer Wärmequellanlage, die der Umgebung Energie entzieht, einer Wärmepumpe, die gewonnene Umweltwärme nutzbar macht und einem Wärmeverteil- und Speichersystem, das die Energie im Haus verteilt oder zwischenspeichert. Die Wärmeübertragung erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf innerhalb der Pumpe über ein Kältemittel, das in den Sonden der Wärmequellanlage fließt. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) haben Wärmepumpen bei Neubauten bereits einen Marktanteil von rund 30 Prozent, Tendenz steigend.

So heizen wir in Zukunft: Wärmepumpe © Ole Häntzschel

So heizen wir in Zukunft: stromerzeugende Heizung © Ole Häntzschel

Strom erzeugende Heizung

Kraftwerk für Zuhause: Effizient und umweltschonend – die Strom erzeugende Heizung arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Ihr Kernstück ist ein mit Erdgas betriebener Motor, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird über einen Wärmetauscher abgekoppelt und zum Heizen oder zur Warmwasserzubereitung eingesetzt. Was bereits vor allem in größeren Gebäudekomplexen etabliert ist, lässt sich nun auch für Ein- oder Zweifamilienhäuser einsetzen. Eine jährliche Energiekosteneinsparung von rund 35 Prozent ist aufgrund der Effizienz des selbst erzeugten Stroms und einer festgelegten staatlichen Förderung möglich.


Brennstoffzellen-Heizung

Saubere Energiewandler: Elektrochemisch und damit völlig verbrennungsfrei arbeiten Erdgas-Brennstoffzellenheizgeräte. Genau wie die Strom erzeugende Heizung produziert die Brennstoffzelle Strom und Wärme, jedoch nicht über einen Verbrennungsvorgang, sondern über die chemische Reaktion von Sauerstoff und im Erdgas erhaltenen Wasserstoff – „kalte Verbrennung“ genannt – die Wärme und Strom entstehen lässt. Laut der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen lassen sich mit Brennstoffzellen-Heizgeräten im Durchschnitt etwas ein Drittel der CO2-Emissionen gegenüber herkömmlicher Heiztechnik und Strombezug aus dem Netz einsparen. Noch grüner wird es, wenn das für die Brennstoffzelle genutzte Erdgas regenerativ ist. So lässt sich etwa über die Power-to-Gas-Technologie bisher überschüssiger Ökostrom aus Wind oder Sonne als synthetisches Erdgas nutzen.

So heizen wir in Zukunft: Brennstoffzellen-Heizung Energiewende Wärme Heizen © Ole Häntzschel

So heizen wir in Zukunft: stromerzeugende Heizung © Ole Häntzschel

Hybridheizung

Flexibles Multitalent: Energie- und kostensparend kombiniert die Hybridheizung verschiedene Wärmequellen. Ein zentraler Wärmespeicher in den zum Beispiel Solarkollektoren, fossil betriebene Heizungen oder Wärmepumpen ihre überschüssige Energie einspeisen, bildet das Herzstück der Anlage. Die Geräte zur aktiven Wärmeerzeugung werden erst wieder aktiv, wenn im Wärmespeicher eine bestimmte Temperatur unterschritten wird. Ein Großteil des Energiebedarfs kann in vielen Monaten des Jahres regenerativ erzeugt werden. Hybridheizungen können sowohl in Neubauten als auch zur Sanierung bestehender Heizungsanlagen eingesetzt werden, da das System schrittweise erweitert werden kann.


Erdgas: Wichtiger Begleiter der Energiewende

Erdgas Erdöl Energiewende Klimawandel Zukunft © Ole Häntzschel

Zukunftsfähige Technologie

Erdgas erzeugt (bezogen auf den gleichen Energieeinsatz – bei der Verbrennung) rund 25 Prozent weniger CO2 als Heizöl. Moderne Erdgastechnologien sind zukunftsfähig und vielseitig einsetzbar – zum Beispiel in Brennstoffzellen, Gaswärmepumpen oder Strom erzeugenden Heizungen. Und Erdgas wird immer grüner. 22 Power-to-Gas Anlagen waren 2015 in Deutschland in Betrieb. Das Verfahren wandelt elektrische Energie in chemisch gebundene um und macht so überschüssig regenerativ erzeugte Energie speicherbar. Mithilfe des überschüssigen Stroms wird per Elektrolyse Wasser (H2O) in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt, unter Hinzugabe von Kohlenstoffdioxid (CO2) lässt sich synthetisches Methan, also Erdgas erzeugen, das sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung genutzt werden kann, sowie als klimaneutraler Kraftstoff für Erdgasautos und Schiffe.

Erdgas Erdgasnetz Energieversorgung Energiewende © Ole Häntzschel

Jederzeit in Deutschland verfügbar


Das deutsche Erdgasnetz umfasst 505.000 Kilometer. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Metern pro Sekunde bewegt sich das Erdgas durch die Rohre, die einen Durchmesser von bis zu 1,40 Meter haben können. Ober- und unterirdische Erdgasspeicher, die rund ein Viertel des deutschen Jahresbedarfs an Erdgas aufnehmen können, garantieren eine optimale Versorgungssicherheit für Haushalte, Industrie und Gewerbe. Mit fast 40 Speicher-Standorten zählt die Bundesrepublik weltweit zu den größten Speichernationen.

Erdgas Energie Wärmeversorgung Deutschland Energiewende Klimawandel © Ole Häntzschel

Verlässliche Wärmeversorgung

19,3 Millionen Wohnungen wurden 2015 in Deutschland mit Erdgas warm. Jede zweite Wohnung nutzte den umweltschonenden Energieträger. Mit einem Anteil von 21 Prozent am Primärenergieverbrauch spielt Erdgas eine wichtige Rolle im deutschen Energiemix. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird Erdgas auch in den nächsten Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leisten. Im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern sei Erdgas klimaschonender, da der Einsatz mit geringeren CO2-Emissionen einhergeht.

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