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Gut zu wissen: Klimaschutzlexikon

Was passiert eigentlich am „Earth Overshoot Day“? Wer sind „IPCC“ und „UNFCCC“, und was haben diese Abkürzungen mit dem Klimawandel zu tun? Hier finden Sie die wichtigsten Klimaschutzbegriffe im Überblick.


COP

COP steht für „Conference of the Parties“. Die Vertragsstaatenkonferenz, auch als „Klimagipfel“, „Weltklimakonferenz“ oder „UN-Klimakonferenz“ bekannt, ist das oberste Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention. Einmal im Jahr kommen die derzeit 195 Vertragsstaaten zusammen, um den internationalen Klimaschutz voranzubringen. Sie treffen Entscheidungen zu wichtigen Themen wie Finanzierung von Klimamaßnahmen oder der Technologieentwicklung, können aber auch Abkommen wie etwa das Kyoto-Protokoll oder das Übereinkommen von Paris (siehe UN-Klimakonferenz in Paris) verabschieden.


Klimaschutzlexikon Earth hour
Brandenburger Tor im Dunkeln - zur Earth Hour gehen auch am Brandenburger Tor die elektrischen Lichter aus und Kerzen erhellen den Pariser Platz. © getty images

Earth Hour, Earth Day

Licht aus fürs Klima: Jedes Jahr am 19. März knipsen Millionen Menschen weltweit um 20.30 Uhr das Licht aus, und mehr als 7000 Städte in 178 Ländern schalten die Beleuchtung bekannter Bauwerke ab. Ihren Ursprung hat die inzwischen weltweit bekannte Aktion „Earth Hour“ in Australien. 2007 wollte der World Wide Fund For Nature (WWF) so auf das Thema Energieverschwendung hinweisen.

Ganze 24 Stunden widmet sich der „Earth Day“ dem Klimaschutz. Bereits seit 1970 begehen Umweltschützerinnen und -schützer, Organisationen und Verbände weltweit diesen Feiertag für unseren Planeten. Die Idee zum Tag der Erde stammt von dem US-Friedensaktivisten John McConnell, ein Jahr später wurde der Aktionstag von dem US-Senator Gaylord Nelson an Schulen und Universitäten initiiert. 2016 stand der traditionsreiche Earth Day unter dem Motto „Mein Essen verändert die Welt“ und stellte Themen wie nachhaltige Ernährung und die regionale Produktion von Lebensmitteln in den Fokus.


Earth Overshoot Day

Der „Erderschöpfungstag“ wird jährlich von dem internationalen Thinktank Global Footprint Network (GFN) berechnet. Das Datum zeigt den Tag an, an dem die natürlichen Ressourcen, welche die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann, aufgebraucht sind und die Menschheit auf Kosten der Umwelt lebt. Um den „Earth Overshoot Day“ zu ermitteln, werden folgende Faktoren rechnerisch einander gegenübergestellt: die biologische Kapazität der Erde zum Ressourcenaufbau sowie zur Aufnahme von Emissionen und Müll und der gesamte Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise brauchen. Im Jahr 2016 waren die weltweiten Ressourcen am 8. August aufgebraucht. In Deutschland lebten die Menschen bereits ab 29. April auf Kosten der Umwelt. Um den aktuellen deutschen Ressourcenbedarf zu decken, wären laut GFN 3,1 Planeten notwendig. Der größte Anteil am ökologischen Overshot ist der weltweite CO2-Verbrauch. Um diesen zu reduzieren, braucht es Aufklärung über den fortschreitenden Ressourcenverbrauch. Anschauliche Projekte wie der Earth Overshoot Day tragen dazu bei, ein Bewusstsein zu fördern und sich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen.


Klimaschutzlexikon Emissionshandel
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Emissionshandel

Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches klimapolitisches Instrument, das den Handel mit Rechten zum Ausstoß von Treibhausgasen (THG) beschreibt. Das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) bildet dafür die rechtliche Grundlage in Deutschland. Emissionsrechte können in Form von Zertifikaten erworben werden, in denen ein bestimmtes Verschmutzungskontingent festgelegt ist. Wird dieses Kontingent überschritten, müssen neue Rechte hinzugekauft werden. Werden weniger THG ausgestoßen, als Rechte vorhanden sind, dürfen die Zertifikate an andere Emittenten verkauft werden. Der Emissionshandel gehört zu den sogenannten Kyoto-Mechanismen, die Industrieländern dabei helfen sollen, die im 1997 beschlossenen Kyoto-Protokoll Reduktionsziele zu erreichen. Ein Teil der Reduktionsverpflichtungen darf im Ausland erbracht werden. 2005 wurde der Emissionshandel auch in der Europäischen Union eingeführt. Die Marktteilnehmer sind Unternehmen, die nationalen Regeln entsprechend Emissionsberechtigungen zugeteilt bekommen. Zu Beginn der ersten Handelsperiode 2005 lag der Preis pro CO2-Zertifikat bei 29 Euro. Infolge eines Überangebots an Zertifikaten liegt der Preis aktuell bei 4,78 Euro*. Dadurch ist die Wirksamkeit des Emissionshandels deutlich eingeschränkt. Ab einem Preis von mindestens 30 Euro pro Tonne besteht für die Industrie ein Anreiz zur Emissionsreduzierung, schätzen Experten. Durch eine Marktstabilitätsreserve sollen ab 2019 rund zwei Milliarden Zertifikate vom Markt genommen werden, um den Preisverfall zu bremsen und den Emissionshandel nachhaltig zu stärken.

*Stand: 12.8.2016; Quelle: http://www.finanzen.net/rohstoffe/co2-emissionsrechte/Chart


Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW)

Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) wurde früher vor allem in Kühlmitteln und als Treibgas in Spraydosen eingesetzt. Die Gase reagieren in der Stratosphäre – also der zweiten Schicht der Erdatmosphäre – mit dem dort vorhandenen Gas Ozon. Ein einzelnes Chloratom kann 100.000 Ozonmoleküle zerstören. Die Ozonschicht schützt die Erde vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne, die zum Beispiel Hautkrebs verursachen kann. Nachdem das ozonschichtschädigende Potenzial von FCKW festgestellt wurde, beschloss die internationale Staatengemeinschaft 1987 mit dem völkerrechtlich verbindlichen Montrealer Protokoll den weltweiten Ausstieg aus der Produktion und Verwendung von FCKW. Das Abkommen trat 1989 in Kraft. Fünf Jahre später stieg die Bundesrepublik Deutschland als erstes Land komplett aus der FCKW-Produktion aus. Auch wenn Fluorchlorkohlenwasserstoff ein besonders langlebiges Gas ist, das erst nach durchschnittlich 44 bis 180 Jahren aus der Luft verschwindet, war der FCKW-Ausstieg erfolgreich. Laut einem gemeinsamen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) aus dem Jahr 2014 besteht die Möglichkeit, dass sich die Ozonschicht bis 2050 erholen und sich das durch Ausdünnung der Ozonschicht entstandene „Ozonloch“ wieder schließen könnte. Das Montreal-Protokoll gilt als größter Erfolg in der Geschichte umweltpolitischer Abkommen und könnte auch für aktuelle Klimagipfel ein gutes Vorbild sein. Es gelang, den damals weltweit größten FCKW-Hersteller DuPont in den schrittweisen Ausstieg aus der FCKW-Produktion zu involvieren. Mithilfe von Ersatztechnologien konnte sowohl in den Industriestaaten als auch in den Entwicklungsländern ein weltweites FCKW-Verbot durchgesetzt werden.


Green Climate Fund

Der Grüne Klimafonds ist ein Instrument zur Klimafinanzierung. Er soll Entwicklungsländern helfen, langfristig eine klimafreundlichere Industrie aufzubauen, sowie in Klimaschutzprojekte und Anpassungsmaßnahmen wie etwa Tsunami-Frühwarnsysteme zu investieren. Auf der Vertragsstaatenkonferenz (siehe Kyoto-Protokoll) 2009 in Kopenhagen sagten die Industrieländer zu, ab 2020 rund 100 Milliarden US-Dollar jährlich für die Klimafinanzierung einzusetzen. Ein Jahr später wurde der Green Climate Fonds auf der Vertragsstaatenkonferenz in Cancún gegründet. Kurz vor dem Klimagipfel in Paris im November 2015 sagten die OECD-Länder Gelder in Höhe von knapp 62 Milliarden US-Dollar zu, davon kommen bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar aus Deutschland.


Klima

Der Begriff „Klima“ beschreibt den Zustand der Atmosphäre in einer bestimmten Region oder in einer Klimazone über mehrere Jahre, Jahrzehnte bis über erdgeschichtliche Zeitskalen hinweg. Die Sonneneinstrahlung steuert das Klima auf der Erde. Zusätzlich wird das Klima von Faktoren wie der Höhe eines bestimmten Standorts, der Sonneneinstrahlung oder der Verteilung von Land und Meer bestimmt. Auch Kreisläufe wie Meeresströmungen oder die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre haben Einfluss auf die Entwicklung des Klimas. Laut World Meteorological Organization (WMO) sind Aufzeichnungen von mindestens 30 Jahren erforderlich, damit man überhaupt von „Klima“ sprechen kann. Während sich das Klima über lange Zeiträume hinweg wandelt, verändert sich das Wetter ständig. Unter dem Begriff „Wetter“ versteht man den physikalischen Zustand unserer Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. in einem Zeitraum von Stunden bis hin zu wenigen Tagen. Das Wetter wird durch meteorologische Größen wie zum Beispiel Lufttemperatur, Bewölkung und Niederschlag gemessen.


Klimaanpassung

Auch wenn es gelingt, die globale Erderwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten, sind die Folgen des Klimawandels nicht mehr zu stoppen. Mit der Veränderung des Klimas ändern sich auch unsere Lebensbedingungen. Hitzeperioden, Stürme, Starkregen und Überschwemmungen belasten Umwelt, Natur und Mensch. Neben dem Klimaschutz ist daher die Klimaanpassung sowohl international als auch in Deutschland von großer Bedeutung. Zur Klimaanpassung zählen u. a. Maßnahmen zum Küstenschutz. Durch die globale Erwärmung heizen sich die Ozeane auf. Es entsteht eine thermische Ausweitung des Wassers, das dann mehr Volumen annimmt. Darüber hinaus führt der globale Temperaturanstieg zum Schmelzen von Gletschern, wodurch zusätzliches Wasser in die Ozeane gelangt. Vor allem Inselstaaten und Länder mit einer breiten Küstenfläche sind durch vom Meeresspiegelanstieg verursachte Überflutungen gefährdet. Laut einer Studie der US-Forschungsinstitution Climate Central wären bei einer Klimaerwärmung um 4 Grad Celsius weltweit zwischen 470 und 760 Millionen Menschen von den Folgen des Meeresspiegelanstiegs betroffen. Bei einer Erwärmung um 2 Grad Celsius gehen die Forscher von rund 130 Millionen betroffenen Menschen in den Küstenregionen aus.


Klimarahmenkonvention (UNFCCC)

Die United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), also die Klimarahmenkonvention, ist das internationale Klimaschutzabkommen der Vereinten Nationen. Ihr Ziel ist es, die „gefährliche, vom Menschen verursachte Störung des Klimasystems“ zu verhindern, die globale Erwärmung zu verlangsamen und die Folgen des Klimawandels abzumildern. Sie wurde im Mai 1992 in New York beschlossen und im selben Jahr auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro von 154 Staaten verabschiedet. 1994 trat sie in Kraft. Inzwischen haben 196 Staaten die Konvention ratifiziert und die völkerrechtliche Basis für einen weltweiten Klimaschutz geschaffen. Durch die Unterzeichnung verpflichten sich die Staaten, regelmäßig über ihre Treibhausgasemissionen zu berichten und Klimaschutzmaßnahmen aktiv umzusetzen.


Klimaschutz

Der Begriff „Klimaschutz“ umfasst alle Maßnahmen, die einer durch den Menschen verursachten Veränderung des Klimas, also der globalen Erwärmung, entgegenwirken. Dabei spielt, neben dem langfristig geplanten Ausstieg aus der Kohleindustrie, vor allem die Nutzung CO2-armer Energieträger eine bedeutende Rolle. So entstehen beispielsweise beim Einsatz von Erdgas geringere CO2-Emissionen als bei anderen fossilen Energieträgern. Bei der Verbrennung setzt Erdgas zum Beispiel 25 Prozent weniger klimaschädliches CO2 frei als Öl. Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zufolge ist Erdgas nach Mineralöl der zweitwichtigste Primärenergieträger im deutschen Energiemix und spielt auch als klimafreundlicher Treibstoff im Mobilitätsbereich eine immer wichtigere Rolle. Beim Klimaschutz geht es auch um die Abmilderung der Folgen bereits ausgestoßener THG. Zum Beispiel durch Maßnahmen, die natürliche CO2-Speicher (z. B. Wälder) fördern. Auch die Anpassung an bereits vorhandene Folgen des Klimawandels zählt zum Klimaschutz (siehe Klimaanpassung).


Klimaschutzpaket (KSP)

Im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Lima veröffentlichte die Bundesregierung 2014 das Klimaschutzpaket, das neue Maßnahmen zur Erreichung des Klimaziels, der CO2-Reduktion um 40 Prozent bis 2020, enthält. Bei der Umsetzung der KSP-Maßnahmen ist eine Vielzahl von Akteuren gefragt. Im Verkehrsbereich soll u. a. ab 2018 durch die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen CO2 eingespart werden. In der Landwirtschaft soll eine strengere Düngemittelverordnung Einsparungen ermöglichen, da beim Düngen auf den Äckern das Treibhausgas Lachgas (N2O) entsteht. Auch die Abfallwirtschaft soll durch stärkere Auflagen CO2 reduzieren. Im Zentrum der Maßnahmen stehen insbesondere Einsparungen durch geringeren Energieverbrauch, etwa durch energetische Sanierungen oder die bessere Dämmung von Gebäuden. Teil des KSP ist der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE), den die Bundesregierung als „Energieschutzplan für alle“ bezeichnet. Er zielt darauf ab, alle gesellschaftlichen Akteure für Steigerungen der Energieeffizienz zu gewinnen. Als Sofortmaßnahmen enthält der NAPE etwa die Erhöhung des Fördervolumens für die Gebäudesanierung und die Einführung einer von Bund und Ländern getragenen steuerlichen Förderung von Effizienzmaßnahmen im Gebäudesektor. Ein zum NAPE gehörendes Marktanreizprogramm fördert private Verbraucher, zum Beispiel beim Austausch alter Heizungsanlagen im Gebäudebestand oder bei der Errichtung von Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen. In der Energieeinsparverordnung (EnEv), die in novellierter Form 2014 in Kraft trat und Teil des NAPE ist, sind Maßnahmen und Bestimmungen festgeschrieben, die die Energieeffizienz bei Gebäuden erhöhen sollen. Vorgeschrieben ist nun zum Beispiel die effizientere Dämmung von Gebäudehüllen um 20 Prozent. Seit 2015 ist die Übergabe eines Energieausweises, der Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes gibt, an neue Käufer oder Mieter Pflicht.


Klimaschutzplan 2050

Mit dem Klimaschutzplan 2050 will das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die geplanten Maßnahmen zur Umsetzung des Klimaschutzabkommens der UN- Klimakonferenz in Paris festlegen. Im Dezember vergangenen Jahres hatten sich alle Staaten dazu verpflichtet, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern. Bei der Erarbeitung des deutschen Maßnahmenplans wurde die Zivilgesellschaft in einen öffentlichen Dialogprozess eingebunden. Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Länder und Kommunen steuerten Ideen und Meinungen bei. Der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks Mitte des Jahres vorgelegte Entwurf sah etwa den Kohleausstieg „deutlich vor 2050“ vor sowie die Unabhängigkeit des Verkehrssektors von fossilen Kraftstoffen bis 2050. Das Wirtschaftsministerium überarbeitete den Entwurf, entfernt wurde unter anderem der Passus, dass die Stromerzeugung auf Kohlebasis deutlich vor 2050 beendet werden müsse. Umweltverbände kritisieren die inhaltlichen Anpassungen scharf. Die Deutsche Umwelthilfe weist darauf hin, dass sich die gesetzten Klimaschutzziele nur erreichen ließen, wenn ab 2035 keine Pkw mit Verbrennungsmotor und CO2-Emissionen mehr auf den Markt kämen. Bereits im April 2016 legte ein Bündnis von Umwelt-, Klima- und Entwicklungsorganisationen mit dem „Klimaschutzplan 2050 der Zivilgesellschaft“ einen deutlichen Gegenentwurf vor und forderte die Bundesregierung auf, ihre klimapolitischen Anstrengungen zu verschärfen. Das Bundeskanzleramt hat dem Klimaschutzplan eine klare Abfuhr erteilt. Die Ziele der Bundesregierung im Bereich der erneuerbaren Energien, die gerade erst in der Erneuerbare-Energien-Novelle festgelegt wurden, sollten nicht unnötig verschoben werden.


Klimawandel

Die Veränderung des Klimas auf der Erde, etwa in Form von Abkühlung oder Erwärmung über unterschiedliche Zeiträume hinweg, wird als „Klimawandel“ bezeichnet. Neben natürlichen Schwankungen, verursacht durch Vulkanausbrüche, Sonneneinstrahlung oder plattentektonische Veränderungen, können auch externe Faktoren Klimaänderungen bewirken. Der Weltklimarat IPCC hält in seinem Fünften Sachstandsbericht fest, dass die beobachtete globale Erwärmung zu mehr als 50 Prozent durch den Menschen verursacht wurde. Die anthropogen verursachte globale Erwärmung ist also nur ein Beispiel für den Klimawandel. Auch in Deutschland sind die Folgen bereits sichtbar. So ist 2015 laut Monitoring-Bericht der Bundesregierung zur Anpassung an den Klimawandel die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad pro Jahr von drei auf acht gestiegen. Die über längere Zeit andauernden Hitzewellen führen zu Trockenstress in der Landwirtschaft. Extreme Wettereignisse wie Hagel, Stürme und Starkregen können Qualitätsschwankungen und Ernteeinbußen bedeuten. Besonders stark betroffen sind vor allem Entwicklungsländer, aber auch Länder im Süden Europas. In mediterranen Regionen könnten Wüstenbildung, Wasserknappheit und Waldbrände zunehmen.


Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention beschlossen und gilt als Meilenstein der internationalen Klimapolitik. Erstmals wurden rechtsverbindliche Vorgaben für die Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase für Industrieländer festgelegt. Mit dem Kyoto-Protokoll verpflichteten sich die Industriestaaten, ihre gemeinsamen Emissionen der wichtigsten Treibhausgase im Zeitraum von 2008 bis 2012 um mindestens 5 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Neben festgeschriebenen Reduktionszielen enthielt es auch optionale Instrumente zur Emissionsreduktion. Zu den sogenannten „drei flexiblen Mechanismen“ zählen der Emissionshandel, der Clean-Development-Mechanismus, der es Industrieländern und deren Unternehmen ermöglicht, CO2-Reduktionsmaßnahmen in einem Entwicklungsland durchzuführen und sich die gesparten Emissionseinheiten auf ihrem Konto gutschreiben zu lassen, sowie der Mechanismus Joint Implementation. Dieser erlaubt es einem Industriestaat oder Unternehmen, emissionsreduzierende Projekte in einem anderen Industriestaat durchzuführen und sich die Reduktion im eigenen Land anrechnen zu lassen. 2012 wurde das Protokoll bis Ende 2020 verlängert. Am sogenannten „Kyoto II“-Protokoll sind nur noch die Länder beteiligt, die 15 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen, dazu gehören unter anderem die EU-Staaten.


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Beim Klimaschutz spielt der langfristig geplante Ausstieg aus der Kohleindustrie und die Nutzung klimaschonenderer Energieträger eine bedeutende Rolle. © iStock

Treibhauseffekt und Treibhausgase

Die Erde ist von einer Schutzhülle, der Erdatmosphäre, umgeben. Sie besteht aus verschiedenen Treibhausgasen wie etwa Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Wasserdampf. Scheint die Sonne auf die Erde, werden ihre Strahlen von der Erdoberfläche zurück ins Weltall reflektiert. Die Treibhausgase in der Erdatmosphäre sorgen dafür, dass ein Teil dieser Strahlen nicht entweichen kann, sondern die Erde erwärmt. Das ist der natürliche Treibhauseffekt, ohne den unser Planet eine durchschnittliche Temperatur von minus 18 Grad Celsius hätte. Durch Einfluss des Menschen wird dieser natürliche Effekt verstärkt. Der sogenannte anthropogene Treibhauseffekt führt dazu, dass immer mehr Treibhausgase wie CO2 in die Atmosphäre gelangen. Die Erderwärmung steigt deshalb erheblich und gefährdet unser Klima.


UN-Klimakonferenz in Paris

Am 12. Dezember 2015 einigten sich 195 Staaten und die EU bei der 21. UN-Klimakonferenz in Paris auf einen neuen völkerrechtlich verbindlichen Weltklimavertrag. Zum ersten Mal verpflichteten sich Industrie- und Entwicklungsländer gemeinsam, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern. Im Kyoto-Protokoll waren nur einige Industrieländer zur Emissionsreduktion verpflichtet. Die Ziele des Vertrags: Die Erderwärmung soll im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius begrenzt werden. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll die Treibhausgasneutralität erreicht werden. Das Abkommen enthält auch Maßnahmen zur Klimaanpassung. Reiche Industrieländer unterstützen vom Klimawandel besonders betroffene Regionen nicht nur finanziell, sondern auch beim Umgang mit klimabedingten Schäden. Die deutsche Ratifizierung des Abkommens soll voraussichtlich noch 2016 erfolgen.


Weltklimarat (IPCC)

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), also der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen oder auch Weltklimarat, ist ein internationales Wissenschaftlergremium mit Sitz in Genf. Er wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eingerichtet. Seine Aufgabe ist es, den neuesten Stand der internationalen Klimaforschung in Sachstandsberichten zusammenzutragen und diese Berichte politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern zur Orientierung im Verhandlungsprozess zur Verfügung zu stellen. In den Berichten, die alle fünf Jahre erscheinen, werden vor allem die Folgen und Risiken des Klimawandels aufgezeigt sowie Anpassungsstrategien und Möglichkeiten zur Reduzierung des Treibhauseffekts dargestellt. Im Jahr 2007 erhielt der Weltklimarat den Friedensnobelpreis.

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