Ole Häntzschel

Klimaschutz in Zahlen Einblicke und Ausblicke zum Klimawandel

Der Klimawandel verändert die Welt. Die globale Erderwärmung lässt Gletscher weltweit schmelzen und den Meeresspiegel ansteigen. Schon heute sind die Folgen sichtbar. Das australische UNESCO-Weltnaturerbe Great Barrier Reef ist seit den 1980er Jahren bereits um die Hälfte geschrumpft. Durch steigende Meerestemperaturen, Zyklone und die Versauerung des Wassers könnte es innerhalb der nächsten 100 Jahre komplett zerstört werden. Vom Klimawandel besonders betroffen sind vor allem Länder, die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen. Sollte dieser aufgrund der Erderwärmung weiter steigen, könnten die 1196 maledivischen Inseln bis 2100 zum größten Teil überflutet und somit unbewohnbar sein.

Auf der UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 verpflichteten sich erstmals 195 Industrie- und Entwicklungsländer und die EU gemeinsam, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern. Die Erderwärmung soll im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll die Treibhausgasneutralität erreicht werden. Wer sind die weltweit größten Klimasünder? Mit welchen Maßnahmen will Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen? Und was kann jede und jeder Einzelne tun, um seine CO2-Bilanz zu verbessern?


Wachsende Verschmutzung

Seit 1990 stiegen die weltweiten Emissionen von Kohlenstoffdioxid von 22,5 Milliarden Tonnen auf 35,6 Milliarden Tonnen in 2014.

Laut einer Studie des amerikanischen Klimaforschers Richard Heede verursachten 90 Konzerne 60 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, darunter Mineralölkonzerne wie Chevron Texaco, Exxon Mobil oder BP.

CO2-Emissionen in 1000 Tonnen, 1990 bis 2014 weltweit; Quelle: Emissionsdatenbank der Europäischen Kommission (EDGAR)
CO2-Emissionen in 1000 Tonnen, 1990 bis 2014 weltweit; Quelle: Emissionsdatenbank der Europäischen Kommission (EDGAR) © Ole Häntzschel

Große Ziele, lange Sicht

Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 40 Prozent, und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, so das unter anderem im „Energiekonzept 2050“ formulierte Langfristziel der Bundesregierung.

Ob dies mit den aktuellen Klimaschutzmaßnahmen gelingen kann, zweifeln Umweltschützer und andere Nichtregierungsorganisationen an.

Geplante Reduzierung der deutschen Treibhausgasemissionen in Prozent; Quelle: „Energiekonzept 2050“, Bundesregierung
Geplante Reduzierung der deutschen Treibhausgasemissionen in Prozent; Quelle: „Energiekonzept 2050“, Bundesregierung © Ole Häntzschel

Wer dem Klima schadet

Mit rund 28 Prozent hat China den größten Anteil am weltweiten Kohlenstoffdioxid-Ausstoß. Auf Platz zwei folgen die USA mit einem Anteil von 15,9 Prozent. Indien liegt mit 5,8 Prozent auf Platz drei der weltweit größten CO2-Emittenten.

Weltweit sterben rund 5,5 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Luftverschmutzung. Mehr als die Hälfte der Todesfälle tritt in Indien und China auf.

Länder mit dem größten Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen 2015 in Prozent; Quelle: Statista
Länder mit dem größten Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen 2015 in Prozent; Quelle: Statista © Ole Häntzschel

Globales Problembewusstsein

Laut einer Studie des US-amerikanischen Meinungsforschungs-Instituts Pew Global unterstützen rund 71 Prozent der chinesischen Bevölkerung staatliche Maßnahmen zur CO2-Reduzierung. Trotz spürbarer Folgen sehen nur 18 Prozent von ihnen den Klimawandel als ein ernstes Problem an. In den USA, die als zweitgrößter Klimasünder nach China gelten, sehen 45 Prozent der dort Befragten ein ernstes Problem.

69 Prozent befürworten CO2-Reduzierungsmaßnahmen von staatlicher Seite. In Deutschland unterstützt eine große Mehrheit von 87 Prozent der Befragten staatliche Maßnahmen zur CO2-Reduzierung. 55 Prozent der Befragten halten den Klimawandel für ein „sehr großes Problem“.

Kimaschutz in Zahlen Problembewusstsein
Meinungsumfrage zum Klimawandel, Angaben in Prozent; Quelle: Pew Global © Ole Häntzschel

Was Umweltschützer sagen

Eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad und möglichst unter 1,5 Grad. Umweltschützerinnen und Umweltschützer fordern Klimaschutzmaßnahmen, die eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad ermöglichen. Quelle: WWF © Ole Häntzschel

95 Prozent weniger CO2-Emissionen gegenüber 1990 sowie eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad – das fordern Entwicklungsorganisationen und Umweltverbände wie etwa Greenpeace, der WWF oder Brot für die Welt in ihrem kürzlich vorgelegten „Klimaschutzplan  2050 der Zivilgesellschaft“.

Wenn Deutschland sein Reduktionsziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 erreichen will, sei dafür ein zusätzliches Abschalten der Braunkohlekraftwerke nötig. Zum Erreichen der 95 Prozent- Reduktion in 2050 müsse der Energieverbrauch mindestens halbiert werden. Effizienz- und Einsparziele müssten in Form eines Effizienzgesetzes festgelegt werden.


Politischer Klimaschutz

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind gesetzt, die Maßnahmen zur Erreichung definiert. Vor allem die (1) Energiewende von Atomkraft und fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien und klimaschonendem Erdgas spielt dabei eine tragende Rolle.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf den Bereichen (2) Energieeffizient & Innovation, (3) Förderung einer nachhaltigen Mobilität, (4) Klimaschutz in Landwirtschaft und Landnutzung sowie im Bereich (5) Klimafreundliches Bauen und Wohnen.

Klimaschutz in Zahlen – Politischer Klimaschutz
Um die Klimaschutzziele zu erreichen, setzt die Bundesregierung vor allem auf fünf Kernbereiche. Quelle: Bundesministerium für Umwelt © Ole Häntzschel

Was Verbraucher tun können

Neun Tonnen CO2 betrug der Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland 2014. Wenn die Bundesrepublik das erklärte Klimaschutzziel – bis zum Jahr 2050 eine 80 bis 95 prozentige Emissionsreduktion gegenüber 1990 – erreichen will,

müsste der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei einer Tonne CO2 liegen. In welchen Bereichen Verbraucherinnen und Verbraucher Emissionen einsparen können.


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